Zentralvorstand Sitzung 15. April
Wie viel ist die Sicherheit des Zugpersonals wert?
Medienstelle ZPV : Die 2. Zentralvorstandssitzung fand im Restaurant Hotel Linde in Stettlen BE statt. Zurzeit ist beim Zugpersonal so vieles im Umbruch. Wer als Kundenbegleiter: in bzw. Chef: in Kundenbegleitung arbeitet, spürt dies tagtäglich bei der Arbeit. Die Herausforderung, dabei den Überblick zu behalten, möglichst zeitnah zu intervenieren und unermüdlich gegen immer schlechter werdende Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ist enorm. Gerade deshalb sind Rückmeldungen aus den Reihen unserer Mitglieder und ZV-Mitglieder sehr wichtig und wertvoll.

Zweierbegleitung nach 22:00 Uhr: Wir haben diverse Meldungen erhalten, dass Transsicura seit dem 01. März 2026 die Begleitungen des Zugpersonals bei fehlender Doppelbegleitung nun plötzlich nur noch in Zivil, statt in Uniform und einmännig begleitend durchführt. Eine Information von Seiten der SBB hatte bis anhin nicht stattgefunden. Nach Eingang mehrerer Rückmeldungen intervenierten sowohl die Sektion ZPV Luzern und die PeKo bei Elsbeth Stoller, Leiterin KB Region Mitte/Süd, wie auch Ralph Kessler und René Zürcher anlässlich der Prio-Gespräche mit der Leitung KB und Patrick Kummer, Vizepräsident SEV, bei Lea Meyer, Leitung KB und Michael Perler, Leitung TPO. Aufgrund dessen erfolgte immerhin eine Information von Seiten der SBB über die Vorgaben-App. Inzwischen wurde das Begleitkonzept durch die SBB neu definiert. So weit so gut, doch erlauben wir uns, kritisch zu hinterfragen, was die Sicherheit des Zugpersonals wert ist? Nun kommt nur noch ein Mitarbeiter der Transsicura in gelber Weste mit. Da er allein unterwegs ist, jedoch nur als unser Begleiter. Im Notfall informiert er die definierten Stellen, wenn wir angegriffen werden, greift aber selbst nicht ein. Welche Stelle hat den Auftrag gegeben, genau an dieser wunden Stelle zu sparen? Wie viel ist das Statement der SBB wert, dass ihnen unsere Sicherheit scheinbar so wichtig sei und sie für unsere Sicherheit sorgen würden? Für uns stimmt die Umsetzung des neuen Begleitkonzepts definitiv nicht, und in dieser Angelegenheit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
BAR-Verhandlungen: Während der vergangenen Wochen fanden in der gesamten Schweiz die BAR-Infoveranstaltungen statt. Diese wurden zahlreich besucht, gaben Gelegenheit, um Fragen zu stellen und detaillierte Infos zu holen.

Unterdessen sind sämtliche Abstimmungs-Unterlagen gedruckt und müssen von Hand eingepackt werden, weshalb der Versand per 30.04.2025 vorgesehen ist. ZPV-Mitglieder der SBB, welche auf dem Zug arbeiten, aber bis zum 09.05.2026 keine Unterlagen im Briefkasten haben, können sich direkt bei René Zürcher melden und erhalten diese nachträglich zugestellt (). Die Rücksendung der Stimmzettel ist auf spätestens 15.05.2026 terminiert, anschliessend erfolgt die Auszählung unter Aufsicht der GPK SEV. Die Broschüre ist ebenfalls direkt über unsere Homepage www.sev.ch verlinkt. Nun seid Ihr gefragt! Jede Stimme zählt! Jede Stimme ist wichtig! In Abhängigkeit zu den neuen BAR wurde die Vereinbarung Doppelbegleitung mit den SBB neu ausgehandelt und würde nur bei Annahme der BAR umgesetzt. Diese Vereinbarung wurde im Zentralvorstand besprochen und mit einigen Verbesserungsvorschlägen an die Verhandlungsdelegation zurückgegeben. Priorisierungsgespräche mit der Leitung KB: Ralph Kessler und René Zürcher nahmen diverse Themen aus den Sektionsberichten mit, so u.a. die im Rahmen der Weiterentwicklung CKB auferlegten Massnahmen aus den strukturierten Interviews, mit welchen die CKB regelmässig eine gewisse Anzahl Feedbacks über Kolleg: innen geben sollten (positive, wie auch negative) mit CC an den/die jeweilige: n Teamleiter: in. Dagegen wehren wir uns! Es wurde immer von einer fachlichen, nicht aber einer personellen Führung gesprochen. Ferner gilt es kritisch hinzuschauen, wie die Zusammenarbeit mit den neuen KB FK (Kundenbegleiter Fahrausweiskontrolle) künftig aussehen soll. Wir sehen es kritisch, dass diese Mitarbeiter nicht aussteigen und der/die Zugchef: in nicht weiss, wie es diesen Mitarbeitern geht, wenn sie in ihren eigenen Wagen arbeiten. Problematisch ist auch, dass sich diese nicht am Abfahrtsprozess beteiligen, vor allem bei längeren Zügen und Zügen mit dem angepassten Abfahrtsprozess. Die SBB betreibt hier eine Salamitaktik: Zuerst erzählt man uns, dass diese Personalkategorie nur im Regionalverkehr eingesetzt wird, dann macht man in der Region Ost ein Pilotversuch im Fernverkehr, und als nächstes ist es wohl bereits Tatsache, dass diese Leute dann definitiv im Fernverkehr eingesetzt werden. Obwohl wir diese neue Funktion kritisch hinterfragen, geben wir hiermit ein Statement ab: Ein respektvoller Umgang des bestehenden Personals gegenüber den neuen Mitarbeiter: innen ist unabdingbar. Wir sind Vorbild. Pilotversuch Bodycam: Die Abklärungen bei den SBB sind nach wie vor am Laufen, man rechnet jedoch damit, dass das Projekt ab Oktober starten kann. Diesbezüglich vertritt der SEV folgenden Standpunkt:
- Bodycam ist kein Ersatz für genügend Personal.
- Wenn jemand eine Bodycam tragen möchte, dann steht der SEV dahinter.
- Bodycam darf keine Überwachung des Personals sein.
In Bezug auf KoA auf der Linie des IR13 informierte die PeKo, dass es im Juli 2026 Audits durch die PEX KB geben wird. Diese Audits beinhalten sowohl das Thema KoA wie auch andere Themen, welche durch die PEX KB geprüft werden können. Die mit der PeKo vereinbarte Instruktionsfahrt durch Teamleiter war gut angedacht. Leider hapert es mit der Umsetzung, da es in Zürich einige TL gibt, welche diese Aufgabe z.B. direkt an den bis Winterthur mitfahrenden Kundenbegleiter weiterdelegieren. So war dies nicht angedacht, und so ist es nicht okay.
Anlässlich der Nachwahlen PeKo wurden folgende Kollegen gewählt: Massimo Brigatti, Vizezentralpräsident ZPV für die PeKo Division PP, Peter Fritschi, Chur und Claudio Vitali, Brig für die PeKo Fläche KB. Der ZPV gratuliert den neu gewählten PeKo-Mitgliedern ganz herzlich zu ihrer Wahl.
Bei der RhB starten bald die FAV-Verhandlungen. Der Regionalvorstand trifft sich Mitte Mai, um die Forderungen zusammenzustellen. Die Situation auf der Bernina-Linie bleibt weiterhin herausfordernd. Es arbeiten jedoch alle an einer Lösung. Entsprechende Massnahmen wurden ergriffen.
Mitgliedergewinnung: Seit Jahresbeginn konnten dank aktiver Werbung tolle 48 Neumitglieder gewonnen werden. Der ZPV dankt allen Werber: innen herzlich für ihr grosses Engagement und wünscht weiterhin so viel Motivation für die Gewinnung von Neumitgliedern. Wir haben gute Argumente, denn wir kämpfen tagtäglich für dich und für euch alle.
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