Zentralvorstand Sitzung 12. August
Medienstelle ZPV:
Am 12. August 2026 trafen sich die ZV-Mitglieder des ZPV nach der Sommerpause im Hotel Hirschen in Langnau zur 3. Sitzung. Abgesehen vom Sitzungsrythmus kann man zwar kaum von Pause reden, zumal es uns seit der Delegiertenversammlung definitiv nicht langweilig wurde. Anlässlich der Priorisierungsgespräche mit der Leitung KB vom 18.08.2026 haben ZPV-Präsident Ralph Kessler und SEV-Gewerkschaftssekretär René Zürcher drei Schwerpunktthemen eingegeben:
- Das sogenannte Projekt über die gemischten Einsätze RV/FV in der Region West, welches nie kommuniziert wurde
- Einsätze KB FK im Fernverkehr: Das Projekt ging Ende Juni zu Ende, und man ging einfach zum Ist-Zustand über. Die Einsätze sind nicht fertiggedacht, und die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Der ZPV wird einen Marschhalt mit nachfolgender Auslegeordnung verlangen, damit geklärt wird, was die KB FK im FV genau zu tun haben und wo diese Mitarbeiter eingesetzt werden.
- Wir stellen zudem erneut fest, dass Diensttouren während Abwesenheiten wie Ferien oder arbeitsfreien Tagen geändert werden. Hier wird ganz klar auf die Nichterreichbarkeit der Mitarbeitenden ausserhalb der Arbeitszeit gemäss GAV SBB Artikel 61 Absatz 3 hingewiesen. Solche Tourenänderungen fallen somit auf das unternehmerische Risiko der SBB, der Mitarbeitende hat keinerlei Verpflichtung, ausserhalb der Arbeitszeit solche Dienständerungen anzusehen. Die SBB müssten seit März 2023 das Merkblatt PEP über die Einteilungsfristen überarbeiten, doch es ist bis heute nichts geschehen.
Aktuelle ZPV-Geschäfte: Die Einführung des neuen Einteilungstools «IVU.rail» wurde vom Fahrplanwechsel Dezember 2027 auf Dezember 2028 verschoben. So konnte der Druck etwas reduziert werden. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Umstellung nicht auf einen Fahrplanwechsel geschehen sollte, da ab Fahrplanwechsel die Züge an anderen Orten abgestellt werden und ein Ausfall des Systems zu diesem Zeitpunkt würde massive Einschränkungen im Betrieb nach sich ziehen.

Zum Thema Gewalt in den Zügen fand am 13.08.2026 wieder ein runder Tisch statt, zu welchem die SBB eingeladen hatten. Dieses Thema brennt mehr denn je, zumal es am 25. Juli 2026 in einem BLS-Regionalzug (Linie S4) zwischen Hasle-Rüegsau und Burgdorf zu einem Vorfall mit Schussabgabe kam. Im Gegensatz zu Deutschland, wo konkrete Massnahmen ergriffen werden, nehmen die SBB immer noch eine eher passive Haltung dazu ein. Bisher warten wir vergebens darauf, dass sich etwas für unsere Sicherheit bewegt.
Im Projekt Projekt «Kundenorientierter Abfahrtsprozess» (KOA) fand erneut ein Soundingboard statt. Wie sich herausstellte, machte die Hitzewelle nicht nur dem Personal und den Reisenden zu schaffen, sondern auch unseren Arbeitsgeräten, denn bei grosser Hitze benötigten unsere Diensthandys mehr Zeit, um die Daten vom Zugpersonal zum Lokführer zu übertragen. Ferner zeigte sich, dass im Störungsfall von KoA der Gruppenruf zu kompliziert war, weshalb nun eine Rückfallebene eingeführt wurde, mit welcher das Zugpersonal auf Abfahrtszeit im Zug ist und der Lokführer von sich aus abfährt. In intensiver Diskussion zeigte sich, dass die ZV-Mitglieder damit nicht einverstanden sind und verlangen, dass die Rückfallebene nochmals überdacht werden muss. Wir sind zudem in ganz Europa die einzige Bahn, welche bei begleiteten Fernverkehrszügen die Türschliessung dem Lokführer überträgt.

Berichte: Aus den Berichten der Sektionen geht hervor, dass die Situation um Gepäck und Velo auch dieses Jahr während der Hauptreisezeit zu grossen Herausforderungen führt, denn sicherheitsrelevante Vorgaben (z.B. Fahrt durch LBT / GBT / Fluchtwege usw.) müssen eingehalten werden. Bedauerlicherweise verstehen nicht alle Teamleiter, wie gross der Stress in solchen Momenten für uns ist und machen den Mitarbeitern Vorwürfe, statt sich hinter uns zu stellen. Nach unserer Intervention entschied die Leitung KBC, auf die im Rahmen des Projekts Weiterentwicklung CKB von den Teamleitern geforderten Feedbacks zu verzichten. Dies wurde von den betroffenen Mitarbeitenden sehr positiv aufgenommen. Bei der RhB wurden die Leitplanken für den Mitgliederevent ZPV RhB vom 17. Dezember 2026 in Davos gelegt. Die Teilnehmer dürfen sich bereits jetzt auf einen spannenden Tag freuen. Der Regionalvorstand hat für die anstehenden FAV-Verhandlungen viele Themen eingegeben. Nach einem Update im Juni funktionierte die Afe-App für die Abfahrerlaubnis plötzlich nicht mehr, denn auf einmal war es möglich - trotz geschlossenem Signal - die Abfahrerlaubnis mehrmals zu versenden. Sofort wurde wieder auf altbewährte Methoden (Kästchen, Handzeichen, Sprechstelle) umgestellt. An der Behebung des Problems wird noch gearbeitet. Sowohl aus Berichten der SBB wie auch der RhB geht hervor, dass das grenzübergreifende Angebot «Pass Jeune Grand Est Grenzenlos» bei der Kontrolle zu vielen schwierigen Situationen geführt hat. Es bleibt zu wünschen übrig, dass ein solches Angebot künftig besser durchdacht und auch zuvor auf die Entstehung möglicher Konfliktsituationen überprüft wird (Risikoanalyse).
Umsetzung BAR 2026 / 2028: Aus der intensiven Diskussion betreffend der Zusatz-Vereinbarung über die Nebenarbeitszeiten zeigt sich klar, dass die ZV-Mitglieder ein nochmaliges Überdenken des Dokuments fordern, da bis dato die korrekte Verbuchung der Nebenarbeitszeiten inkl. der gesetzlichen Zeitzuschläge (wenn diese infolge einer Verspätung an das Ende der Tour fallen) noch fehlt.
Die SBB haben Messungen über die Zeiten bei Schlusskontrollen gemacht. Da jedoch die Aussteigezeit der Reisenden nicht mitberücksichtigt wurde, sind wir mit den Messungen nicht einverstanden. Auch der ZPV hat Messungen gemacht und ist zu anderen Resultaten gekommen. Aus unserer Sicht sind die Werte der SBB nicht repräsentativ und falsch. Der ZV hat deshalb die Beibehaltung der aktuellen Regelung beschlossen – der Fall FVD wäre als redaktionelle Anpassung noch in die BAR aufzunehmen.

Ehrungen: Matthias Müller hat als Sektionspräsident des ZPV Säntis-Bodensee,

sowie Ueli Eggenberger als Jugendvertreter ZPV den Rücktritt erklärt. Der ZPV danke beiden Kollegen herzlich für ihr grosses Engagement und wünscht ihnen viel Erfolg für die Zukunft.
Schweizweit befinden sich die Akteure in den Vorbereitungen zum Aktionstag gegen Gewalt im öV. vom 3. September 2026. So auch die ZPV-Sektionen Luzern, Bern, Olten, Genf und Zürich. Wir hoffen auf eine grosse Teilnehmerzahl und einen starken Medienauftritt.
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