Zentralvorstand Sitzung 07. Oktober

Am 7. Oktober 2026 traf sich der Zentralvorstand ZPV zur 4. Sitzung im Gasthof Hotel Linde in Stettlen. Als Gäste durfte Zentralpräsident Ralph Kessler unseren Gewerkschaftssekretär René Zürcher, Thea Radaelli als Gast für die Jugend und Anaïs Ricciuto als Gast vom ZPV Fribourg begrüssen

. Aus den Priorisierungsgesprächen mit der Leitung KB vom 18.08.2026 ging hervor, dass es eine Weiterentwicklung für die Sicherheit die Einstiegssysteme an unseren Reisezugwagen EW IV, Apm/Bpm61 und IC2000 geben soll, da die UIC-Leitung veraltet ist und in gewissen Fällen zu Abfahrten mit offenen Türen führt, da es keine Überwachung der UIC-Leitung gibt. Ab Februar 2027 gibt es darum einen Versuch mit 30 Re 460 mit einer Grünschlaufenüberwachung. Der angepasste Abfahrtsprozess wird beibehalten und ist auch mit KOA möglich. Ende 2028 soll die Grünschlaufenüberwachung auf allen 246 Fahrzeugen ausgerollt sein. 

Herausforderungen KB: Der Bedarf an Kundenbegleitenden sinkt ab 2027 (bzw. per Fahrplanwechsel Dezember 2026) im Vergleich zu 2026 um 80 Vollzeitstellen (FTE) auf 1'930. Es soll jedoch keine Stellenaufhebungen geben, sondern über natürliche Fluktuation abgebaut werden. Allein durch die teilweise Integration der Nebenarbeitszeiten in die Touren wurden 50 FTE eingespart. Ferner erfolgt eine Reduktion in der Aufsicht Personenverkehr, dann gibt es eine Umstellung im Nachtangebot Westschweiz von IR auf RE und zudem werden die sog. Schliesstouren für die Wagenabschlüsse reduziert. Mit diesen Massnahmen sollte der Personalbestand per 2027 wieder ausgeglichen sein. Da in den nächsten 10 Jahren rund 800 Mitarbeiter in Pension gehen, werden wie bis anhin in allen Regionen Klassen für die Ausbildung geplant.

Tourenänderungen während Abwesenheit von Mitarbeitenden: Unser GAV regelt Nichterreichbarkeit während der Freizeit. Somit ist vor den Ferien die erste Tour bekannt. Während der Freizeit / Ferien müssen die Mitarbeitenden das Telefon nicht abnehmen. Eine vor den Ferien geplante Tour ist somit gültig und im Falle einer Abänderung dieser Tour trägt das Risiko die SBB, dass der Mitarbeitende unter Umständen nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Aktuelle ZPV-Geschäfte: Integrierte Produktionsplanung (IPP): Die SBB haben, für uns völlig überraschend mitgeteilt, dass die Informationen zu IPP in die Infositzungen Bahnproduktion (BP) überführt werden sollen – auch hier macht sich offensichtlich der Spardruck breit. Wir hoffen, dass an der Infositzung BP auch die entsprechenden Zeitfenster zur Verfügung stehen. Gewalt in den Zügen: Am 03.09.2026 fand schweizweit der Aktionstag gegen Gewalt gegen das Personal im öffentlichen Verkehr statt. Nebst diversen Aktionen in den Bahnhöfen wurde dieses Thema auch medial gut aufgegriffen. Im ersten Halbjahr 2026 gab es 910 Vorfälle gegenüber dem Kontrollpersonal. Bei den Belästigungen und Drohungen gibt es vermutlich eine sehr grosse Dunkelziffer, da leider längst nicht alle Fälle ins ESQ-System kommen. Positive Nachrichten gibt es aus Sion VS, wo der neue Standort der Transportpolizei SBB (TPO) in Betrieb genommen wurde. Bodycam: Die rechtliche Grundlage für den Einsatz von Bodycams muss noch geschaffen werden. Je nach Stufe (Gesetz oder Verordnung) kann es noch einige Zeit dauern, bis diese Grundlage geschaffen ist.  

Im Projekt «Kundenorientierter Abfahrtsprozess» (KOA): Die geplante Rückfallebene gab auch diesmal Anlass zu hitzigen Diskussionen, zumal man hinter diesen Plan nach wie vor sehr viele Fragezeichen setzt. Hinzu kommt, dass die SBB eine Änderung der Betriebsvorschriften anstreben, nach welcher künftig Züge mit einer Länge von mehr als 300m kondukteurlos (KlB) fahren könnten. Wie von unserer Seite schon oft kritisiert, ist die Sicht der Lokführer über die Kameras an der Aussenseite der Wagen häufig sehr schlecht und eingeschränkt. Wir wehren uns deshalb vehement gegen dagegen, das Risiko auf Kosten von eingesparten Stellen noch grösser werden zu lassen. Weiterentwicklung CKB: Die Umsetzung dieser Weiterentwicklung erfolgt in jedem Standort anders, und leider läuft auch nicht alles fair ab. Um intervenieren zu können, braucht es Fakten, welche gerne an gemeldet werden dürfen.

Betreffend Teilzeitmodellen, Wunsch- und Präferenzsystemen fand am 24.09.2026 der erste Workshop statt, an welchem die Vertreter der SBB, Sozialpartner und PeKo teilnehmen. An der ZV-Sitzung erhielten wir erste Infos, worauf viele Inputs zusammenkamen. Diese werden in die nächsten Workshops einfliessen. Aktuell sind allerdings noch sehr viele Punkte offen, insbesondere im Bereich Teilzeit. 

Umsetzung BAR 2026 / 2028: Vereinbarung Nebenarbeitszeiten: Wie sich herausgestellt hat, lässt sich die Planung vom letzten Feriensonntag nicht so umsetzen, wie in den neuen BAR vereinbart wurde, da das Einteilungssystem SOPRE dies scheinbar nicht könne. Wir sind gespannt darauf, wie diese Vereinbarung letztendlich umgesetzt wird. Bei den Zeitmessungen für Schlusskontrollen sollten wir – ginge es nach den SBB – weitere Verluste in Kauf nehmen, jedoch sind wir einstimmig der Meinung, dass weitere Einsparungen zulasten von uns nicht akzeptabel sind.

Mit grosser Freude und Dankbarkeit dürfen wir auf den Mitgliederevent ZPV SBB vom 2. Oktober 2026 zurückblicken. Wir danken den organisierenden Sektionen Basel und Bern herzlich für die sehr gute Organisation und für diesen erlebnisreichen Tag in Basel. Und hier noch zwei Termine für die Agenda betr. 

 

Bildung 2027: Die Bildungstagung für die SEV-Frauen findet am 05.11.2027 statt. Da diese Tagung immer sehr früh ausgebucht ist, lohnt sich die frühzeitige Anmeldung. Ferner findet mit der Bildungstagung ZPV am 16.03.2027 erneut der beliebte Selbstverteidigungskurs Basis für das Personal im direkten Kundenkontakt statt. Details hierzu findet ihr auf unserer Homepage www.zpv.ch, im Aushang in den Depotstandorten sowie im Bildungsprogramm Movendo, welches dieser Tage erscheint.

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