Zentralvorstand Sitzung vom 10./11.Dezember 2025

Medienstelle ZPV  

Zur 5. und letzten Zentralvorstandssitzung ZPV des Jahres trafen sich deren Mitglieder im Restaurant Kreuz, Malters. Die Traktandenliste enthielt einen bunten Strauss an gesprächsintensiven Themen. 

Aktuelle ZPV-Geschäfte: Gewalt in den Zügen / Gewalt gegen öV-Personal: Am 25.11.2025 war es so weit: Die Sicherheits-Charta wurde in Anwesenheit von rund 150 Teilnehmern erneut unterzeichnet. Bezüglich des Aggressionsfalls bei Zug 2466 in Sursee vom 08.09.2025 sind die SBB nach wie vor dabei, den Fall aufzuarbeiten. Die Antwort von Stufe Konzern auf unsere Fragen nach dem genauen Hergang sowie der Analyse der Prozesse ist noch ausstehend. Kundenorientierter Abfahrtsprozess KOA: Die Marktstände liefen gut, vor allem jene in Zürich wurden rege besucht. Am 4. Dezember wurde ein Stresstest durchgeführt, bei welchem 9 Züge unterwegs waren, die mit KOA liefen. Ab 14.12.2025 sollten kontinuierlich 5 Züge unter KOA laufen und die Mitarbeiter bis 27.12.2025 von befähigten Teamleitern begleitet werden. Der ZPV hat in seiner Stellungnahme klar festgehalten, dass wir in ganz Europa die einzigen sind, wo die Türschliessung bei den Fernverkehrszügen mit dem KOA-Prozess durch das Lokpersonal erfolgt. Die Projektleitung KOA interessiert dies offensichtlich nicht… Weiterentwicklung CKB: Nach wie vor sind gewisse Fragen betreffend Umsetzung der Aufgaben und Weiterbildung für die CKB offen. Gemäss André Wenzler und Reto Näf sollte es trotz Stellen-Aufhebungsverfahren zu 99,9% der MA möglich sein, im selben Depot bleiben zu können. Das Nachtzugkonzept (Freiburg/Sion – Genf, Biel/Bienne-Renens und Bern – Winterthur) wird weitergeführt. Zwischen Winterthur und Bern wird allerdings nur noch ein Zugpaar geführt, das zu zweit und immer mit Sicherheitskräften begleitet wird.

Bei Stichkontrolle zwischen Biel und Genf werden die Nachtzüge immer von Sicherheitskräften begleitet. Es hat sich gezeigt, dass diese Züge meistens schlecht ausgelastet sind, weshalb diese zwar für das ganze Jahr 2026 geplant sind, jedoch im Juni entschieden wird, ob dieses Angebot weiterhin aufrechterhalten wird oder nicht. Bodycams: Gemäss dem Datenschutzbeauftragten fehlt die rechtliche Grundlage für den Einsatz von Bodycams, jedoch liegt das Weisungsrecht beim BAV. Sobald die Sachlage geklärt ist, kann der Versuch unter Einbezug von freiwilligen Mitarbeitenden gestartet werden. Personalsituation: Obwohl die Prognose gut ist, gibt es an verschiedenen Standorten sogenannte Aufpassfelder. 

Links René Zürcher

BAR-Verhandlungen: Nach langer Verhandlungszeit vom Januar bis zum 09.12.2025 konnte sich die Verhandlungsdelegation auf ein Resultat einigen. René Zürcher, Massimo Brigatti und Ralph Kessler zeigten den ZV-Mitgliedern die ausgehandelten Veränderungen im Detail auf, die vielen Fragen wurden geklärt und das weitere Vorgehen intensiv besprochen. In der Folge entschied sich der ZV-BAR-Ausschuss ZPV einstimmig dafür, dass es im Frühjahr unter den ZPV-Mitgliedern der SBB eine Ur-Abstimmung geben wird. Es ist dem SEV und ZPV sehr wichtig, die Mitglieder vorab gut zu informieren, sei dies durch schriftliches Informationsmaterial, digitale Sprechstunden, aber auch Informationsveranstaltungen vor Ort. Berichte: Elementar ist jeweils der Austausch unter den Sektionen und Kommissionen. Die Themen und Anliegen waren auch diesmal sehr reichhaltig, und die Arbeit geht uns noch lange nicht aus. In Anbetracht aller Sorgen und Anliegen ist der Bericht der ZPV Jugend umso erfreulicher, zumal beim Ausflug auf dem Fondueschiff ¾ aller Teilnehmer vom ZPV stammten. Aus den Berichten ergeben sich leider auch zwei Sicherheitsthemen: es wurde bei diversen ICN-Kompositionen festgestellt, dass die Einklemmschutzeinrichtungen der Einstiegstüren nicht so funktionieren, wie sie sollten. Vom Aufbau her funktioniert dieser Einklemmschutz ähnlich bei bei den EW IV sowie Apm61/Bpm61. Dazu existieren diverse ESQ-Meldungen, auf welche die SBB bis heute kaum reagiert haben. Da werden leider auch Erinnerungen an den 04. August 2019 wach (Unfall in Baden AG) Der ICE4 ist in Deutschland nicht für den unbegleiteten Personentransport zugelassen – der Abfahrtsprozess erfolgt in Deutschland nach dem gleichen Vorgehen wie bei den SBB der angepasste Abfahrtsprozess (alle Zugbegleiter:innen kontrollieren visuell von aussen den geschlossenen Zustand aller Einstiegstüren und steigen erst dann ein). In den Rollmaterialheften der SBB ist dieser Zug jedoch als tauglich für den unbegleiteten Verkehr eingetragen. Hier fragen wir uns ernsthaft und auch im Zusammenhang mit KOA, welche Rolle die Aufsichtsbehörde (BAV) hier bei der Zulassung dieses Zuges in der Schweiz wahrgenommen hat. 

DV SEV: Abschliessend entschied sich der ZV mehrheitlich dafür, die Delegierten an der DV SEV jährlich rotieren zu lassen und nach welchem Rotationsmodell dies geschehen sollte. Mitgliedergewinnung: Mit 135 neu gewonnen SEV-Mitgliedern hat der ZPV im vergangenen Jahr viel bewegt. Der ZPV dankt allen Werbern herzlich für ihr grosses Engagement. Zu guter Letzt wünscht der ZPV allen Mitgliedern ein gutes neues Jahr, im 2026 viel Glück, Erfolg, stets gute Gesundheit und allzeit gute Fahrt.