Zentralvorstand Sitzung 27. Februar
Medienstelle ZPV : Am 27. Februar 2026 traf sich der Zentralvorstand ZPV im Hotel Hirschen in Langnau im Emmental zur ersten ZV-Sitzung des Jahres 2026. Die nächsten Prio-Gespräche mit der Leitung KBC wurden auf den 01.04.2026 festgesetzt. Aus den aktuellen ZPV-Geschäften ergaben sich folgende Schwerpunkte:

Ob die «Integrierte Produktionsplanung (IPP)» tatsächlich per Fahrplanwechsel 2027/2028 eingeführt werden kann, ist aktuell noch nicht sichergestellt.
Dass «Gewalt in den Zügen bzw. Gewalt gegen das Personal im öffentlichen Verkehr» nach den dramatischen Ereignissen in den vergangenen Monaten aktueller denn je ist, scheint nun doch auch auf höherer Ebene bemerkt worden zu sein. Demzufolge sind die Sozialpartner am 13.08.2026 zu einer Gesprächsrunde am runden Tisch eingeladen. Dem ZPV ist es ein grosses Anliegen, daran zu erinnern, dass die Sicherheits-Charta nicht nur ein Dokument ist, sondern daraus dringendst Massnahmen resultieren müssen.
Die Einführung vom «Kundenorientierten Abfahrtsprozess (KoA)» liegt inzwischen rund ein Quartal zurück. Bis auf zwei grössere Störungen kurz nach Fahrplanwechsel läuft der Prozess recht gut. Die Akzeptanz beim Personal ist nicht überall gleich gross und die Stimmung mancherorts spürbar demotiviert. Dass die Türschliessung nicht mehr beim Zugpersonal ist, wird kritisch hinterfragt und die Rückfallebene wird als unpraktisch wahrgenommen. Ferner kam es während der begleiteten Touren zu einigen unschönen Situationen, zumal ein Teamleiter neben der KoA-Begleitung die Mitarbeiter bezüglich des mitgeführten Materials kontrolliert hat. Abgesehen davon läuft die Zugführung unter KoA inzwischen jedoch recht stabil, und der Prozess hat sich bei den Mitarbeitern etabliert.

Dass die gelbe Karte durch die KoA-App ersetzt wurde, wird als positive Veränderung wahrgenommen. Per Dezember 2028 ist die schweizweite Einführung von KoA auf Triebzügen vorgesehen. Dass noch einige Züge der Gattung ICN mit defektem bzw. nicht korrekt eingestelltem Klemmschutz im Umlauf sind, wird kritisch beobachtet und wurde an der richtigen Stelle gemeldet. Viel passiert ist bis jetzt allerdings nicht: Diese Züge sind nach wie vor für den unbegleiteten Verkehr zugelassen, obwohl eine ähnliche Situation wie vor dem Unfall in Baden AG vom 04. August 2019 besteht.
Das Thema «Weiterentwicklung CKB» fand sich in diversen Berichten der Sektionen. Trotz vorheriger Intervention bei André Wenzler seitens ZPV finden die strukturierten Interviews im Anschluss an ganze Touren statt. Schwieriger macht es zusätzlich, dass Handhabung und Umsetzung vom Ganzen an jedem anderen Standort unterschiedlich sind. Ferner stellt man fest, dass von den gestellten Fragen gar nicht alle Mitarbeiter vom Zugpersonal betroffen sind. Die aus den Testresultaten resultierenden Konsequenzen wird der ZPV kritisch im Auge behalten.
Betreffend «Forderungskatalog FQ / Fachgruppe FQ» fand am 6. Januar 2026 die Sitzung mit Mitarbeitern aus dem Bereich FQ (Frequenzerhebung) statt. Mit dem Ablauf waren die Mitarbeiter jedoch überhaupt nicht einverstanden, und das Resultat aus dem mit sehr viel Aufwand erstellten Forderungskatalog war auf der ganzen Linie enttäuschend.
Aus den Berichten der Sektionen ergaben sich erneut intensive Diskussionen. Für manche Probleme konnten vor Ort Lösungen erarbeitet werden, andere Anliegen nimmt Zentralpräsident Ralph Kessler mit an die nächsten Sitzungen. Unter Anderem wurde auch kritisch hinterfragt, dass mit dem FVP, welcher nun auf den Swisspass aufgeschaltet wurde, auch die privaten Angaben der Mitarbeiter ersichtlich sind. Entsprechende Massnahmen wurden gemeinsam ausgearbeitet. Des Weiteren wird vermehrt beobachtet, dass die Gepäcksituation auf 400m langen Zügen, welche nur von einem Zugpersonal begleitet sind, zunehmend schwieriger wird. Solch herausfordernde Situationen können unmöglich von lediglich einer Person auf dem Zug gelöst werden.
BAR-Verhandlungen: Aktuell werden die Texte für die BAR noch bereinigt, dann werden diese im Übersetzungsdienst der SBB übersetzt und schlussendlich vom SEV nochmals redigiert. Massgebend ist die deutsche Version. Dies ist so in den BAR festgehalten. Die Texte müssen treu den Beschlüssen verfasst sein, was sehr wichtig ist. Für die Abstimmung, welche voraussichtlich im April 2026 erfolgt, wird den Unterlagen eine Broschüre beigelegt. Begleitet werden die Abstimmungen durch die GPK. Eine Bedingung, damit wir den BAR zustimmen können, war, dass die Vereinbarung über die 2er-Begleitung erneuert wird.

Darüber wurde in einer ersten Sitzung vom 26.02.2026 mit der neuen Leiterin KBC, Lea Meyer, diskutiert. Diesbezüglich stellt sich die Frage, ab wann ein Zug in die 22:00 Uhr-Regelung fällt. Aus unserer Sicht ganz klar, sobald der Zug während der Fahrt die 22:00 Uhr-Marke überschreitet. Ferner wird angestrebt, klar zu definieren, was ein «kritischer Zug», bzw. «eine kritische Region» ist.
Nun zu den erfreulichen Punkten: Über die Festtage bedankte sich der ZPV bei allen Werber:innen von Neumitgliedern für ihr Engagement mit dem Versand von Kinogutscheinen. Diese Geste wurde bei den Empfängern sehr geschätzt. Nach den tollen Events im Herbst 2025 freuen wir uns bereits jetzt auf die diesjährigen Mitgliederevents ZPV, welche Ihr schon jetzt in Eurer Agenda notieren dürft: Der Mitgliederevent ZPV SBB findet am 02.10.2026 und der Mitgliederevent ZPV RhB am 17.12.2026 statt.